Hunde bereichern unser Leben. Sie strahlen vor Lebensfreude, die sie an uns weitergeben. Sie lehren uns den Augenblick zu genießen und unserem Herzen zu folgen. Sie zeigen uns, dass man mit den einfachen Dingen des Lebens zufrieden sein kann; ein schöner Spaziergang, ein Nickerchen, ein paar Streicheleinheiten, ein Stock oder ein Blatt zum Spielen. Sie schaffen es immer wieder uns zur Verzweiflung zu bringen, wenn sie mal wieder alles tun, nur nicht das was wir von ihnen wollen. Im nächsten Moment blicken Sie uns dann aber wieder mit ihren treuen Augen so unschuldig an, dass sofort wieder alle Sorgen vergessen sind. Sie trösten uns, wenn wir traurig sind, sie beschwichtigen, wenn wir verärgert sind und sie ziehen sich ruhig zurück, wenn wir gereizt sind und unsere Ruhe brauchen. Sie freuen sich überschwänglich, wenn wir nach Hause kommen, auch wenn wir nur kurze Zeit weg waren. Sie geben uns das Gefühl von ihnen vorbehaltlos geliebt zu werden.

Völlig unvoreingenommen schenken Sie uns ihr Herz. Sie vertrauen uns hundertprozentig und schenken uns uneingeschränkt ihre Zuneigung. Einem Hund ist es egal, welche Hautfarbe oder Weltanschauung wir haben, ob wir arm oder reich sind, wie wir uns kleiden, welches Auto wir fahren oder welche Schulbildung wir haben. Sie nehmen uns so, wie wir sind an. Wenn wir unser Herz an sie verlieren, schenken Sie uns ihres dafür. Sie beurteilen nur nach unserem Innersten, wer wir sind.

Dies kann wohl nur ein Mensch verstehen, der sein Herz an einen Hund verschenkt hat, der ihn in seine Familie aufgenommen, ihm Obdach gegeben und ihn mit allem versorgt hat, was er braucht. Es sind die Menschen, die sich auf das Abenteuer, das Leben mit mit einem Hund zu teilen, einlassen und denen dadurch die Gnade der vorbehaltlosen Liebe ihres Vierbeiners ohne Wenn und Aber zu Teil wird.


Aber nichts währt ewig und auch wir müssen unsere Lieblinge irgendwann loslassen, so schmerzhaft das auch sein mag. Jedoch können wir auch in diesen Stunden noch viel von unseren vierbeinigen Freunden lernen. Haben Sie schon mal einen Hund über sein Alter oder seine Einschränkungen jammern hören? Nein! Mit großem Optimismus und Demut nimmt er sein Leben an, so wie es ist. Wenn die Kraft nicht mehr für die langen Spaziergänge reicht, machen wir halt kürzere Runden. Wenn die Treppe zum unüberwindlichen Hindernis wird, bleibt er halt dort wo er ist, oder lässt sich tragen. Wenn die Kräfte nachlassen, schläft er mehr und mehr. So lange ihn keine Schmerzen plagen, genießt er es nach wie vor, wenn er neben seinem Frauchen oder Herrchen in der Sonne liegen kann, gestreichelt wird und noch auf einem Keks herumkauen kann. So wie es ist, ist das Leben für ihn lebenswert.

Der Tod ist in unserer Gesellschaft immer noch ein großes Tabu. Man beschäftigt sich nur ungern damit, meist erst, wenn er einen persönlich in irgendeiner Form berührt. Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um einen Menschen oder um unsere vierbeinigen Lieblinge handelt. Es fällt uns unendlich schwer, Sterben und Tod als Teil des Lebens zu sehen.

Vielen Menschen wird ihr Hund sehr plötzlich genommen. Er wird jäh aus dem Alltag gerissen, sei es durch einen Unfall, eine Vergiftung oder ein anderes Unglück. Hier gilt es dann, neben der Trauer auch noch den Schock zu verarbeiten.

Manchmal merkt man aber auch, dass das Ende naht. Wenn eine Krankheit ihren vorgezeichneten Verlauf nimmt oder einfach das Alter seinen Tribut fordert. Zu wissen, dass die gemeinsame Zeit zu Ende geht, ist schier unerträglich und es gibt wenig tröstendes in dieser Zeit. Versuchen Sie sich an die wunderschönen Augenblicke in Ihrem gemeinsamen Leben zu erinnern und erzählen Sie ihrem Liebling davon. Er hört Ihnen zu! Wenn Sie die Möglichkeit haben, die letzte Zeit mit Ihrem Hund ganz bewusst zu erleben und sich von ihm in Ruhe verabschieden können, verringert dies nicht die Trauer um Ihren kleinen Liebling. Aber es hilft Ihnen womöglich ein kleines Stück Frieden zu finden, dass Ihnen hilft den weiteren Weg zu gestalten.
Und gerade jetzt braucht Ihr Hund sie besonders. Gestalten Sie die letzte Zeit so, das SEINE Interessen nun ausschließlich im Vordergrund stehen. Geben Sie ihm das zum Fressen, was ihm am meisten schmeckt. Sie können nichts mehr falsch machen. Und Ihr Hund wird froh und dankbar sein, wenn Sie einfach nur für ihn da sind und bis zum Schluss seine Pfote halten.

Es spielt keine Rolle, ob ein Hund uns 15 oder 10 Jahre, nur wenige Monate oder gar nur wenige Tage unser Leben bereichert hat. Der Verlust schmerzt in jedem Fall. Er reißt eine tiefe Wunde die oft sehr lange braucht, bis sie verheilt ist. Und eine Narbe bleibt immer zurück.

Der englische Schriftsteller Walter Scott (1771-1832) sagte einmal: "Ich habe des öfteren darüber nachgedacht, warum Hunde ein derart kurzes Leben haben, und ich bin zu den Schluss gekommen, dass dies aus Mitleid mit der menschlichen Rasse geschieht; denn da wir bereits derart leiden, wenn wir einen Hund nach zehn oder zwölf Jahren verlieren, wie groß wäre der Schmerz, wenn sie doppelt so lange lebten?" Ich wage es zu bezweifeln, dass danach der Schmerz automatisch auch doppelt so groß wäre. Egal wann ein uns ans Herz gewachsenes Wesen von uns geht - es schmerzt immer ungemein und Trost ist nur schwer zu finden.

 

Es ist als Züchter nicht leicht sich mit dem Thema Sterben und Tod auseinander zu setzen. Schließlich gebe ich ja junge und gesunde Hundewelpen ab, die noch ein langes Leben vor sich haben und ihren Herrchen und Frauchen viel Freude bereiten sollen. Da passt es so gar nicht dazu sich mit dem Ende des Lebens zu befassen. Ja, und trotzdem kann auch ich mich diesem Thema nicht verschließen.

"Wir sollten das Leben als Wunder sehen, das gut gehen kann, und nicht als etwas selbstverständliches, das schief gehen kann." Diesen Spruch habe ich vor vielen Jahren einmal irgendwo gelesen und er ließ mich nicht mehr los. Lange Jahre schlummerte er so im Unterbewusstsein so vor sich hin bis ich dann eines Tages meine ersten Hundewelpen zur Welt bringen durfte. Seit dem ist er mir bei jeder Geburt wieder präsent.

Es fängt bereits einige Zeit vor der Geburt an:

Die Mutterhündin wird immer dicker, scheint bald zu platzen. Sie schläft viel, sucht dabei immer wieder Liegepositionen, die nicht ganz so unbequem sind. Sie hechelt und stöhnt immer wieder. Nachts drückt sie sich dann oft ganz dicht an mich und sucht Schutz und Geborgenheit bei mir. Ja, ganz oft ist da auch das Gefühl der Angst bei mir - hoffentlich geht alles gut.

Dann beginnt die Geburt. Die Wehen setzen ein und es dauert oft lange, bis der erste Welpe das Licht der Welt erblickt hat. Meist noch in seiner Fruchtblase liegt er da. Die Mutter öffnet diese schnell und geschickt und dann das große Warten auf den ersten Atemzug. Die Hündin leckt ihn ab - vorne, hinten, oben, unten. Und dann mit einem Mal japst er nach Luft. Geschafft!!! Er lebt. Wenn er jetzt noch anfängt die Milchzitzen zu suchen und zu trinken ist es erst mal geschafft - die große Hürde auf dem Weg in das Leben ist genommen.

Tage des Bangens und des Wartens liegen vor uns. Wie wird die erste Nacht? Ist jedes einzelne kräftig genug um sich gegen seine Geschwister zu behaupten? Bekommt jeder genug Milch? Ist jedes kräftig und gesund und gut entwickelt? Nimmt er/sie ausreichend an Gewicht zu?

Wenn Sie einen Welpen in Ihren Händen halten können Sie davon ausgehen, dass all dies und noch viel mehr gut gegangen ist und der Start in das Leben gut geglückt ist. In den allermeisten Fällen ist das auch so.

Aber immer wieder kommt es leider auch vor, dass einer dabei ist, der es nicht schafft. Bedauerlicher weise ist dieses Thema unter Züchtern ziemlich Tabu. Machen Sie sich am besten selber mal ein Bild. Fragen Sie doch mal nach, wie viele schon einmal einen Welpen verloren haben. Sie werden erstaunt sein, wie wenige dies offen zugeben und sich damit auseinandersetzen. Und wenn es zugegeben wird dann oft nur hinter vorgehaltener Hand und mit tausend Gründen, warum er es nicht geschafft hat. Dabei weiß jeder, der mit der Zucht von Hunden zu tun hat, dass es ab und zu vorkommt, dass ein Welpe aufgibt. Die Strapazen einer Geburt sind einfach enorm, manchmal eben zu viel und die Lebensgeister versagen dann schließlich. Es gibt kaum etwas, was wir dann tun können. Es gehört halt einfach auch dazu, so traurig wie es auch ist.

Wir dürfen unsere Augen nicht vor dem Ende des Lebens verschließen - auch wenn es noch so früh kommt. Gerade wenn Sie zu einem Züchter gehen um sich dort einen Welpen zu holen und dafür auch noch eine ganze Menge Geld hinlegen ist es von großer Wichtigkeit, dass Sie ein Vertrauensverhältnis aufbauen. Offen und ehrlich sollten alle Fragen geklärt werden, die Sie beschäftigen. Dazu gehören auch Fragen zu weniger angenehmen Themen.

Gerade bei meinem letzten Wurf (F-Wurf) musste ich die Erfahrung machen, dass ein Welpe nicht für ein Leben hier bei uns vorgesehen war. Die ersten vier kamen ohne Komplikationen auf die Welt. Sie waren zwar groß, aber die Mutterhündin schaffte es ohne Probleme sie auf die Welt zu bringen und ihnen das Leben zu schenken. Nachdem alles schon vorüber schien, kam noch ein fünfter Welpe auf die Welt. Er war aber einfach zu schwach und starb wenige Minuten nach seiner Geburt.

Tiefe Betroffenheit machte sich breit. Die Frage, wie ich nun damit umgehen soll, beschäftigte mich lange. Gemeinsam in der Familie haben wir dann die Entscheidung getroffen, offen mit dem Thema umzugehen und den kleinen würdevoll zu verabschieden. Dazu gehörte auch, ihm trotz alle dem noch einen Namen zu geben, damit wir nicht immer nur von „dem Welpen“ reden mussten, sondern ihn beim Namen nennen konnten.

 

Unser kleiner Finn - so viele Abenteuer hätten Dich hier erwartet. Aber du durftest nicht bei uns bleiben. Du durftest als erster über die Regenbogenbrücke gehen, noch bevor Dein Leben hier richtig begann. Finn, auch Du hast es verdient, geliebt zu werden. Wir vergessen Dich nicht. In unserem Herzen hast auch Du Deinen Platz.
 


Regenbogenbrücke